ZENTRALSCHWEIZ –

LUZERN

Luzern gilt als das Tor zur Zentralschweiz – nirgendwo sonst in der Schweiz findet man so viel auf so kleinem Raum: die Stadt, die Berge und den See und damit Ausgangspunkte für viele Ausflüge.

Text: Petra Plachy

ZENTRALSCHWEIZ –

LUZERN

Luzern gilt als das Tor zur Zentralschweiz – nirgendwo sonst in der Schweiz findet man so viel auf so kleinem Raum: die Stadt, die Berge und den See und damit Ausgangspunkte für viele Ausflüge.

Text: Petra Plachy

Foto: MYSWITZERLAND

Foto: MYSWITZERLAND

Die Zentralschweiz ist eine beliebte Urlaubsdestination, weil das mächtige Bergmassiv mit Pilatus und Rigi zum Wandern und der Vierwaldstättersee mit seinen gepflegten nostalgischen Raddampfern zum Entspannen einladen. Direkt am See liegt auch ein malerischer Platz, der mit der österreichischen Geschichte verbunden ist. Der Schwurplatz der Eidgenossen bei der Rütliwiese ist fester Bestandteil der Schweizer Identität. Hier trafen einander im August 1291 die Bürger der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden, um sich gegenseitig Beistand zu schwören. Anlass war der Kauf von Luzern durch den Habsburger Rudolf I. im April desselben Jahres. Luzern selbst trat 1332 als vierter Kanton dem Bündnis bei. Seitdem hat der See von diesen vier Waldstätten seinen Namen.

 

LUZERN

Für eine komfortable Anreise eignet sich ein Swiss-Flug nach Zürich. Von dort fährt man mit der Bahn direkt vom Flughafen in etwa 60 Minuten nach Luzern und steigt am Hauptbahnhof, der am Vierwaldstättersee und neben der Schiffsanlegestelle gelegen ist, aus. Bereits beim Verlassen des Bahnhofs spürt man das Flair dieser Stadt, in der neben zeitgemäßer Architektur auch noch zahlreiche Häuser aus der Belle Epoche am Seeufer wie auch entlang des Flusses Reuss stehen. Flaniert man an den Flussufern entlang, findet man hübsche Lokale für eine ­Erfrischung zwischendurch. Luzern ist der weltweit größte Handelsplatz für Uhren. F. Bucherer gehört beispielsweise seit 1888 zu den wenigen Schweizer Uhrenherstellern, die nach wie vor im ­Besitz der Gründerfamilie sind und deren Geschäft in der Altstadt reichlich Touristen anzieht. 

Das Wahrzeichen von Luzern – die Kapellbrücke – gilt als älteste bedeckte Brücke Europas. Sie wurde im 14. Jahrhundert gebaut und war ursprünglich Teil der Stadtbefestigung. Foto: MYSWITZERLAND

Die KapellbrĂĽcke

Ins Auge springt sehr schnell das Wahrzeichen von ­Luzern, die Kapellbrücke. Sie gilt als eine der bekannteste Brücken Europas. Wäre sie nicht 1993 großteils einem Brand zum Opfer ­gefallen, wäre sie die älteste überdachte Brücke Europas. In der Rekonstruktion kann man die wenigen noch erhaltenen Giebelbilder bewundern. Diese zeigen die ­Geschichte der Stadt Luzern. Auf 204 Metern überspannt die Brücke die Reuss und verbindet die Altstadt mit der Neustadt. Markant ragt daneben der 34,5 Meter hohe Wasserturm empor. Er diente über die Jahrhunderte als Wachturm, Stadtarchiv, Schatzkammer und Kerker.

www.luzern.com/de/highlights/die-stadt/kapellbruecke

Die SpreubrĂĽcke

Das Gegenstück zur Kapellbrücke ist flussabwärts die kürzere, im Stadtbild weniger dominante Spreubrücke. In ihren Giebeln hängen 45 Holztafeln aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Sie zeigen einen Totentanz. Der Name der Brücke leitet sich von der herabfallenden Spreu ab, denn in ihrer Mitte standen im 13. Jahrhundert Mühlen. Es wundert daher nicht, dass am Ende der Brücke das Pfisterhaus steht, das Innungshaus der Bäcker, ein großes Bauwerk aus der Renaissance, das nicht zu übersehen ist. Gleich daneben ist das Rathaus. Etwa 70 Meter entfernt befindet sich in der heutigen Furrengasse 19 das älteste Wirtshaus der Stadt, das Weisse Kreuz. Diese Häuserzeile wurde um 1260 erbaut und beherbergt heute ein Hotel und eine ausgezeichnete Pizzeria. www.luzern.com/de/highlights/sehenswuerdigkeiten/die-spreuerbruecke

Die Museggmauer

Die Museggmauer, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, mit ihren neun unterschiedlichen Türmen sollte bei einem Stadtspaziergang nicht fehlen. Heute misst die Mauer noch 870 Meter, da 1960 das äußere Wegistor abgerissen wurde. Der Blick von der alten Verteidigungsmauer, die auch nationales Denkmal ist, sucht seinesgleichen. Beeindruckend ist das Bergpanorama über die Stadt hinweg und über den See. www.museggmauer.ch

Traumhafter Ausblick von der Muggemauer auf den Vierwaldstättersee. Foto: Petra Plachy

Das Löwendenkmal

Unweit des östlichsten Turms, des Dächliturms, findet man im Gletschergarten das 1821 eingeweihte, imposante Löwendenkmal. Die Geschichte hinter dem Werk ist traurig und wurde zur Zeit der Entstehung viel diskutiert. Daher dient der von einer Lanze durchbohrte, sterbende Löwe auch als Mahnmal gegen Gewalt und Krieg. Es ist den zahlreichen Schweizer Söldnern und speziell denen zur Zeit der französischen Revolution gewidmet. In 300 Jahren stellten die Schweizer mehr als 500.000 Söldner für die französischen Könige, 60 Prozent kehrten nicht mehr heim. www.luzern.com/de/highlights/sehenswuerdigkeiten/das-loewendenkmal

In einer der idyllischen Parkanlagen im Zentrum der Stadt findet man den „Löwen von Luzern“ in einer Felsgrotte. Foto: MYSWITZERLAND

Sammlung Rosengart

Dieses Museum beherbergt auf drei Etagen Werke von ca. 25 Künstlern. Der Kunsthändler Siegfried Rosengart pflegte freundschaftlichen Kontakt mit verschiedenen Künstlern wie Pablo Picasso, Paul Klee, Joan Miró, Marc Chagall und Henri Matisse und baute zusammen mit seiner Tochter Angela die private Sammlung mit weit über 300 Exponaten der Modernen Kunst auf. Die 180 Werke von Picasso und die 125 von Paul Klee bilden den Schwerpunkt der Sammlung. 1992 gründete Angela Rosengart in Luzern die Stiftung ­Rosengart, um die Kunstsammlung zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Sammlung ist seit dem Jahr 2000 in der ehemaligen Nationalbank, einem neoklassizistischen Gebäude, untergebracht. www.rosengart.ch

Die Sammlung Rosengart – ein Zentrum der Klassischen Moderne – zeigt einzigartige Werke von mehr als 20 weltberühmten Künstlern des Impressionismus und der Klassischen Moderne. Foto: Petra Plachy

Das Verkehrshaus

Ein Museum, das vor allem Männerherzen höherschlagen lässt, ist das Verkehrshaus der Schweiz. Das vielseitige Verkehrs- und Kommunikationsmuseum ist mit seiner großen Sammlung von Lokomotiven, Autos, Schiffen und Flugzeugen das meistbesuchte Museum in der Schweiz. Zusätzlich beherbergt es ein Planetarium. www.verkehrshaus.ch

Erlebbar und abwechslungsreich zeigt das meistbesuchte Museum der Schweiz – das Verkehrshaus – die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Mobilität.
Foto: MYSWITZERLAND

DER PILATUS

In Alpnachstad, 15 Minuten von Luzern entfernt, geht es mit der 1889 in Betrieb genommenen Zahnradbahn steil bergauf. Da die Steigung teilweise bis zu 48 Prozent beträgt, ist sie die steilste Bahn ihrer Klasse in der Welt, und schon deshalb empfiehlt sich die halbstündige Bergfahrt zum Pilatus Kulm. Saison hat diese Bahn von Mitte Mai bis Mitte November. Den mehr als 2.100 Meter hohen Pilatus kann man als Hausberg von Luzern bezeichnen. Sportliche Berggeher schaffen den Anstieg in 4 Stunden. 1868 war das noch etwas anders. Queen Victoria „bestieg“ den Pilatus zusammen mit 8 ihrer Bediensteten mit Hilfe von Maultieren. Heute stehen auf dem Pilatus Kulm 2 Hotels: das historische Berghotel Pilatus-Kulm***S aus dem Jahr 1890, das 2010 saniert wurde, und das Hotel Bellevue. In erstem wurde der große Speisesaal nach Queen Victoria benannt.

Bekannt ist der Pilatus für seinen spektakulären Sonnenaufgang mit Blick über den Vierwaldstättersee. Dafür muss man sich den Wecker sehr früh stellen. Je nach Jahres­zeit kann das bereits um 5 Uhr morgens sein. Wer das Spektakel in vollen Zügen genießen möchte, wandert am besten ein paar Minuten auf einen der beiden gut gesicherten Gipfel. Aber es ist nicht nur die Bergromantik, die einen zum ­Pilatus lockt, sondern auch der Nervenkitzel im Seilpark mit seinen neun Parcours in vier Schwierigkeitsgraden, dem Dragon-Glider (ähnlich einem Flying Fox) und einer mehr als 1,3 km langen Sommerrodelbahn. Zu erreichen ist der Park bei der Talfahrt vom Pilatus mit der Luftseilbahn.
Weitere Infos unter: www.pilatus.ch

Wettermacher, Drachensitz, Riesenheimat und Herrschergrab: Der Luzerner Hausberg Pilatus ist einer der sagenumwobensten Orte der Zentralschweiz. Und einer der schönsten. An klaren Tagen bietet er ein Panorama mit 73 Alpengipfeln. Frühaufsteher können einen fulminaten Sonnenaufgang mit Blick auf den Vierwaldstättersee erleben.
Foto: MY SWITZERLAND

1889 in Betrieb genommen, bis zu 48 Prozent Steigung, rund 30 Minuten Fahrzeit: Das ist die steilste Zahnradbahn der Welt in Zahlen. Sie erklimmt Meter fĂĽr Meter den Weg von Alpnachstad nach Pilatus Kulm, vorbei an blĂĽhenden Alpenwiesen und markanten Felsformationen. Foto: MY SWITZERLAND

Das Tomlishorn ist der höchste Gipfel des Pilatusmassivs der Emmentaler Alpen bei Luzern. Es ist von der Bergstation der Pilatusbahnen leicht zu erreichen. Sportliche nehmen eine der vielen Wanderrouten, um den Gipfel zu erklimmen. Ein grandioser Ausblick ist garantiert! Foto: MY SWITZERLAND

AUSFLUGSTIPP

Ein Ausflugziel, bei dem man sich bei einer Bootsfahrt entspannen kann, aber auch ein wenig Bewegung macht, ist der Schwurplatz bei der Rütliwiese. Auch wenn die Schweizer Friedrich Schiller in der Nähe der Rütliwiese am Seeufer einen Gedenkstein gesetzt haben: durch die „hohle Gasse“ aus Wilhelm Tell geht man dort nicht.
Nach knapp 2 Stunden, von Luzern ausgehend, legt das Schiff neben dem ältesten Parlament der Schweiz, dem Treibhaus, an. Wo sich um 1860 noch begüterte Touristen auf Sänften hinauftragen ließen, erreicht man jetzt in 8 Minuten die Bergstation der Treib-Seelisberg-Bahn. Von dort spaziert man etwa 60 Minuten bergab. Der Ausblick bei der einen oder anderen Kehre gibt ein wunderbares Bild des türkisen See, der sich vom satten Grün der Bäume auf den Hängen rundum abhebt. Unmittelbar vor dem Schwurplatz liegt das Restaurant Rütlihaus mit regionalen Spezialitäten wie der Schlorziflade mit Vanilleeis und Schlagobers, aber auch Hauptspeisen vom eigenen Bio-Hochlandrind oder fangfrischen Fischen – einkehren lohnt sich! Mit einem der fünf Raddampfer geht es zurück nach Luzern. Mitten im See sieht man in der Ferne den Gipfel der Eiger Nordwand leuchten. Auch wenn es dorthin jetzt zu weit ist, drängt sich die Gewissheit auf, dass es noch einiges zu erkunden gäbe. Aber die Zeit wird knapp, denn wer Uhren produziert, ist auch für Pünktlichkeit bekannt! Weitere Ausflugsziele unter: www.myswitzerland.com/reiseziele

Der SWISS TRAVEL PASS

Entdecken kann man die Schweiz am besten mit dem Swiss Travel Pass – er bringt einen in die schönsten Gegenden. Mit dem Pass hat man nicht nur freie Fahrt auf Bahn, Bus und Schiff, sondern profitiert auch von vielen zusätzlichen Vorteilen.

Auf einen Blick:

  • Freie Fahrt mit Bahn, Bus und Schiff.
  • Freie Fahrt in PanoramazĂĽgen.
  • Freie Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in mehr als 90 Schweizer Städten.
  • Freier Eintritt in mehr als 500 Museen.
  • Inkludierte BergausflĂĽge: Rigi, Stanserhorn und Stoos.
  • Bis zu 50 Prozent Ermäßigung auf weitere BergausflĂĽge.
  • Bis zu 30 Prozent Ermäßigung auf SBB RailAway Angebote.

Weitere Informationen unter:
www.myswitzerland.com
www.luzern.com
www.lakelucerne.ch
www.swiss.com
www.swisstravel.com