Zentralschweiz

Zentralschweiz

ZENTRALSCHWEIZ –

LUZERN

Luzern gilt als das Tor zur Zentralschweiz – nirgendwo sonst in der Schweiz findet man so viel auf so kleinem Raum: die Stadt, die Berge und den See und damit Ausgangspunkte für viele Ausflüge.

Text: Petra Plachy

ZENTRALSCHWEIZ –

LUZERN

Luzern gilt als das Tor zur Zentralschweiz – nirgendwo sonst in der Schweiz findet man so viel auf so kleinem Raum: die Stadt, die Berge und den See und damit Ausgangspunkte für viele Ausflüge.

Text: Petra Plachy

Foto: MYSWITZERLAND

Foto: MYSWITZERLAND

Die Zentralschweiz ist eine beliebte Urlaubsdestination, weil das mächtige Bergmassiv mit Pilatus und Rigi zum Wandern und der Vierwaldstättersee mit seinen gepflegten nostalgischen Raddampfern zum Entspannen einladen. Direkt am See liegt auch ein malerischer Platz, der mit der österreichischen Geschichte verbunden ist. Der Schwurplatz der Eidgenossen bei der Rütliwiese ist fester Bestandteil der Schweizer Identität. Hier trafen einander im August 1291 die Bürger der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden, um sich gegenseitig Beistand zu schwören. Anlass war der Kauf von Luzern durch den Habsburger Rudolf I. im April desselben Jahres. Luzern selbst trat 1332 als vierter Kanton dem Bündnis bei. Seitdem hat der See von diesen vier Waldstätten seinen Namen.

 

LUZERN

Für eine komfortable Anreise eignet sich ein Swiss-Flug nach Zürich. Von dort fährt man mit der Bahn direkt vom Flughafen in etwa 60 Minuten nach Luzern und steigt am Hauptbahnhof, der am Vierwaldstättersee und neben der Schiffsanlegestelle gelegen ist, aus. Bereits beim Verlassen des Bahnhofs spürt man das Flair dieser Stadt, in der neben zeitgemäßer Architektur auch noch zahlreiche Häuser aus der Belle Epoche am Seeufer wie auch entlang des Flusses Reuss stehen. Flaniert man an den Flussufern entlang, findet man hübsche Lokale für eine ­Erfrischung zwischendurch. Luzern ist der weltweit größte Handelsplatz für Uhren. F. Bucherer gehört beispielsweise seit 1888 zu den wenigen Schweizer Uhrenherstellern, die nach wie vor im ­Besitz der Gründerfamilie sind und deren Geschäft in der Altstadt reichlich Touristen anzieht. 

Das Wahrzeichen von Luzern – die Kapellbrücke – gilt als älteste bedeckte Brücke Europas. Sie wurde im 14. Jahrhundert gebaut und war ursprünglich Teil der Stadtbefestigung. Foto: MYSWITZERLAND

Die Kapellbrücke

Ins Auge springt sehr schnell das Wahrzeichen von ­Luzern, die Kapellbrücke. Sie gilt als eine der bekannteste Brücken Europas. Wäre sie nicht 1993 großteils einem Brand zum Opfer ­gefallen, wäre sie die älteste überdachte Brücke Europas. In der Rekonstruktion kann man die wenigen noch erhaltenen Giebelbilder bewundern. Diese zeigen die ­Geschichte der Stadt Luzern. Auf 204 Metern überspannt die Brücke die Reuss und verbindet die Altstadt mit der Neustadt. Markant ragt daneben der 34,5 Meter hohe Wasserturm empor. Er diente über die Jahrhunderte als Wachturm, Stadtarchiv, Schatzkammer und Kerker.

www.luzern.com/de/highlights/die-stadt/kapellbruecke

Die Spreubrücke

Das Gegenstück zur Kapellbrücke ist flussabwärts die kürzere, im Stadtbild weniger dominante Spreubrücke. In ihren Giebeln hängen 45 Holztafeln aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Sie zeigen einen Totentanz. Der Name der Brücke leitet sich von der herabfallenden Spreu ab, denn in ihrer Mitte standen im 13. Jahrhundert Mühlen. Es wundert daher nicht, dass am Ende der Brücke das Pfisterhaus steht, das Innungshaus der Bäcker, ein großes Bauwerk aus der Renaissance, das nicht zu übersehen ist. Gleich daneben ist das Rathaus. Etwa 70 Meter entfernt befindet sich in der heutigen Furrengasse 19 das älteste Wirtshaus der Stadt, das Weisse Kreuz. Diese Häuserzeile wurde um 1260 erbaut und beherbergt heute ein Hotel und eine ausgezeichnete Pizzeria. www.luzern.com/de/highlights/sehenswuerdigkeiten/die-spreuerbruecke

Die Museggmauer

Die Museggmauer, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, mit ihren neun unterschiedlichen Türmen sollte bei einem Stadtspaziergang nicht fehlen. Heute misst die Mauer noch 870 Meter, da 1960 das äußere Wegistor abgerissen wurde. Der Blick von der alten Verteidigungsmauer, die auch nationales Denkmal ist, sucht seinesgleichen. Beeindruckend ist das Bergpanorama über die Stadt hinweg und über den See. www.museggmauer.ch

Traumhafter Ausblick von der Muggemauer auf den Vierwaldstättersee. Foto: Petra Plachy

Das Löwendenkmal

Unweit des östlichsten Turms, des Dächliturms, findet man im Gletschergarten das 1821 eingeweihte, imposante Löwendenkmal. Die Geschichte hinter dem Werk ist traurig und wurde zur Zeit der Entstehung viel diskutiert. Daher dient der von einer Lanze durchbohrte, sterbende Löwe auch als Mahnmal gegen Gewalt und Krieg. Es ist den zahlreichen Schweizer Söldnern und speziell denen zur Zeit der französischen Revolution gewidmet. In 300 Jahren stellten die Schweizer mehr als 500.000 Söldner für die französischen Könige, 60 Prozent kehrten nicht mehr heim. www.luzern.com/de/highlights/sehenswuerdigkeiten/das-loewendenkmal

In einer der idyllischen Parkanlagen im Zentrum der Stadt findet man den „Löwen von Luzern“ in einer Felsgrotte. Foto: MYSWITZERLAND

Sammlung Rosengart

Dieses Museum beherbergt auf drei Etagen Werke von ca. 25 Künstlern. Der Kunsthändler Siegfried Rosengart pflegte freundschaftlichen Kontakt mit verschiedenen Künstlern wie Pablo Picasso, Paul Klee, Joan Miró, Marc Chagall und Henri Matisse und baute zusammen mit seiner Tochter Angela die private Sammlung mit weit über 300 Exponaten der Modernen Kunst auf. Die 180 Werke von Picasso und die 125 von Paul Klee bilden den Schwerpunkt der Sammlung. 1992 gründete Angela Rosengart in Luzern die Stiftung ­Rosengart, um die Kunstsammlung zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Sammlung ist seit dem Jahr 2000 in der ehemaligen Nationalbank, einem neoklassizistischen Gebäude, untergebracht. www.rosengart.ch

Die Sammlung Rosengart – ein Zentrum der Klassischen Moderne – zeigt einzigartige Werke von mehr als 20 weltberühmten Künstlern des Impressionismus und der Klassischen Moderne. Foto: Petra Plachy

Das Verkehrshaus

Ein Museum, das vor allem Männerherzen höherschlagen lässt, ist das Verkehrshaus der Schweiz. Das vielseitige Verkehrs- und Kommunikationsmuseum ist mit seiner großen Sammlung von Lokomotiven, Autos, Schiffen und Flugzeugen das meistbesuchte Museum in der Schweiz. Zusätzlich beherbergt es ein Planetarium. www.verkehrshaus.ch

Erlebbar und abwechslungsreich zeigt das meistbesuchte Museum der Schweiz – das Verkehrshaus – die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Mobilität.
Foto: MYSWITZERLAND

DER PILATUS

In Alpnachstad, 15 Minuten von Luzern entfernt, geht es mit der 1889 in Betrieb genommenen Zahnradbahn steil bergauf. Da die Steigung teilweise bis zu 48 Prozent beträgt, ist sie die steilste Bahn ihrer Klasse in der Welt, und schon deshalb empfiehlt sich die halbstündige Bergfahrt zum Pilatus Kulm. Saison hat diese Bahn von Mitte Mai bis Mitte November. Den mehr als 2.100 Meter hohen Pilatus kann man als Hausberg von Luzern bezeichnen. Sportliche Berggeher schaffen den Anstieg in 4 Stunden. 1868 war das noch etwas anders. Queen Victoria „bestieg“ den Pilatus zusammen mit 8 ihrer Bediensteten mit Hilfe von Maultieren. Heute stehen auf dem Pilatus Kulm 2 Hotels: das historische Berghotel Pilatus-Kulm***S aus dem Jahr 1890, das 2010 saniert wurde, und das Hotel Bellevue. In erstem wurde der große Speisesaal nach Queen Victoria benannt.

Bekannt ist der Pilatus für seinen spektakulären Sonnenaufgang mit Blick über den Vierwaldstättersee. Dafür muss man sich den Wecker sehr früh stellen. Je nach Jahres­zeit kann das bereits um 5 Uhr morgens sein. Wer das Spektakel in vollen Zügen genießen möchte, wandert am besten ein paar Minuten auf einen der beiden gut gesicherten Gipfel. Aber es ist nicht nur die Bergromantik, die einen zum ­Pilatus lockt, sondern auch der Nervenkitzel im Seilpark mit seinen neun Parcours in vier Schwierigkeitsgraden, dem Dragon-Glider (ähnlich einem Flying Fox) und einer mehr als 1,3 km langen Sommerrodelbahn. Zu erreichen ist der Park bei der Talfahrt vom Pilatus mit der Luftseilbahn.
Weitere Infos unter: www.pilatus.ch

Wettermacher, Drachensitz, Riesenheimat und Herrschergrab: Der Luzerner Hausberg Pilatus ist einer der sagenumwobensten Orte der Zentralschweiz. Und einer der schönsten. An klaren Tagen bietet er ein Panorama mit 73 Alpengipfeln. Frühaufsteher können einen fulminaten Sonnenaufgang mit Blick auf den Vierwaldstättersee erleben.
Foto: MY SWITZERLAND

1889 in Betrieb genommen, bis zu 48 Prozent Steigung, rund 30 Minuten Fahrzeit: Das ist die steilste Zahnradbahn der Welt in Zahlen. Sie erklimmt Meter für Meter den Weg von Alpnachstad nach Pilatus Kulm, vorbei an blühenden Alpenwiesen und markanten Felsformationen. Foto: MY SWITZERLAND

Das Tomlishorn ist der höchste Gipfel des Pilatusmassivs der Emmentaler Alpen bei Luzern. Es ist von der Bergstation der Pilatusbahnen leicht zu erreichen. Sportliche nehmen eine der vielen Wanderrouten, um den Gipfel zu erklimmen. Ein grandioser Ausblick ist garantiert! Foto: MY SWITZERLAND

AUSFLUGSTIPP

Ein Ausflugziel, bei dem man sich bei einer Bootsfahrt entspannen kann, aber auch ein wenig Bewegung macht, ist der Schwurplatz bei der Rütliwiese. Auch wenn die Schweizer Friedrich Schiller in der Nähe der Rütliwiese am Seeufer einen Gedenkstein gesetzt haben: durch die „hohle Gasse“ aus Wilhelm Tell geht man dort nicht.
Nach knapp 2 Stunden, von Luzern ausgehend, legt das Schiff neben dem ältesten Parlament der Schweiz, dem Treibhaus, an. Wo sich um 1860 noch begüterte Touristen auf Sänften hinauftragen ließen, erreicht man jetzt in 8 Minuten die Bergstation der Treib-Seelisberg-Bahn. Von dort spaziert man etwa 60 Minuten bergab. Der Ausblick bei der einen oder anderen Kehre gibt ein wunderbares Bild des türkisen See, der sich vom satten Grün der Bäume auf den Hängen rundum abhebt. Unmittelbar vor dem Schwurplatz liegt das Restaurant Rütlihaus mit regionalen Spezialitäten wie der Schlorziflade mit Vanilleeis und Schlagobers, aber auch Hauptspeisen vom eigenen Bio-Hochlandrind oder fangfrischen Fischen – einkehren lohnt sich! Mit einem der fünf Raddampfer geht es zurück nach Luzern. Mitten im See sieht man in der Ferne den Gipfel der Eiger Nordwand leuchten. Auch wenn es dorthin jetzt zu weit ist, drängt sich die Gewissheit auf, dass es noch einiges zu erkunden gäbe. Aber die Zeit wird knapp, denn wer Uhren produziert, ist auch für Pünktlichkeit bekannt! Weitere Ausflugsziele unter: www.myswitzerland.com/reiseziele

Der SWISS TRAVEL PASS

Entdecken kann man die Schweiz am besten mit dem Swiss Travel Pass – er bringt einen in die schönsten Gegenden. Mit dem Pass hat man nicht nur freie Fahrt auf Bahn, Bus und Schiff, sondern profitiert auch von vielen zusätzlichen Vorteilen.

Auf einen Blick:

  • Freie Fahrt mit Bahn, Bus und Schiff.
  • Freie Fahrt in Panoramazügen.
  • Freie Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in mehr als 90 Schweizer Städten.
  • Freier Eintritt in mehr als 500 Museen.
  • Inkludierte Bergausflüge: Rigi, Stanserhorn und Stoos.
  • Bis zu 50 Prozent Ermäßigung auf weitere Bergausflüge.
  • Bis zu 30 Prozent Ermäßigung auf SBB RailAway Angebote.

Weitere Informationen unter:
www.myswitzerland.com
www.luzern.com
www.lakelucerne.ch
www.swiss.com
www.swisstravel.com

Südafrika

Südafrika

Südafrika – Reisen mit Sinn

Die DAKTARI Bush School & Wildlife Orphanage am Rande des
weltberühmten Krüger-Nationalparks in Südafrika bietet Volontären die einzigartige Möglichkeit, Schulkinder dafür zu begeistern, ihre Umwelt zu lieben und zu schützen.

Text: Isabel Doppelreiter

Foto: Seit 2006 konnten auf DAKTARI bereits mehr als 4.000 Kinder unterrichtet werden.
Foto: Seit 2006 konnten auf DAKTARI bereits mehr als 4.000 Kinder unterrichtet werden.

Als ich zum ersten Mal den Namen ­DAKTARI bei einer meiner unzähligen ­Afrikareisen höre, muss ich sofort an die Fernsehserie denken. Wahrscheinlich ­haben nämlich Judy, die Schimpansen­dame, und der schielende Löwe Clarence immens dazu beigetragen, dass ich überhaupt diesen Drang entwickelt habe, dieses Land so oft und ausgiebig zu bereisen.
Das DAKTARI, das ich später kennenlernen darf, ist aber alles andere als nur im Fernsehen. Eingebettet in den afrikanischen Busch, finde ich zwischen ­Marula- und ­Jacaranda-Bäumen, die begehrten Schatten spenden, ein kleines Camp. Umringt von sechs Hektar wildem Buschland, Büffeln, Impalas, Giraffen und Gnu-Herden, lebt man hier ein Leben wie einst schon Dr. Marsh Tracy als Daktari – auf Swahili ist das das Wort für „Arzt, Doktor“ – in der Serie unserer Kindheit.

Pflegemutter Isabel mit der wenige Tage alten Rappenantilope Mitsouko.

Die zahmen Klippschliefer Bubba, Popcorn und Caline stehlen einem das Essen vom Teller, wilde Bushbabys springen von einem Dachbalken zum anderen. Der kleine Warzenschweinbub Boris verzaubert mit seinen Fußball-Allüren. Kai, das Eichhörnchenbaby, ruft lautstark alle drei Stunden nach seiner Milch und auch all die anderen Tiere, die entweder zum Aufpäppeln gebracht werden oder Bewohner auf Lebenszeit sind, verlangen spannende 16-Stunden-Tage von allen Anwesenden.

Man trifft sich um halb sieben zum morgendlichen Kaffee in der gemeinsamen Lapa, dem Zentrum der kleinen solarbetriebenen Anlage. In dieser ruhigen Morgenstunde werden sämtliche Aufgaben des Tages verteilt. Jeder packt mit an, seien es Michèle und Ian, die Gründer von DAKTARI, die wenigen Angestellten oder die internationalen Freiwilligen, die meist für durchschnittlich drei Wochen am Stück Teil dieses einzigartigen Lebens im afrikanischen Busch sein möchten. Umgerechnet 500 Euro kostet eine Woche auf DAKTARI, inklusive Unterkunft in einem Rondavel mit jeweils drei Betten, drei Mahlzeiten pro Tag (auch vegetarisch und vegan ist möglich), Tee, Kaffee und Wasser, das durch das lokale Bohrloch Trinkwasserqualität hat.

Auch Warzenschweinbabys wollen frühstücken.

Je länger man bleibt, desto günstiger kommt einen die Woche, und sollte man sich sogar dazu entschließen, länger als neun Monate zu bleiben, ist der Aufenthalt kostenlos.

Die meisten kommen, um unterprivilegierte Kinder aus den lokalen Gemeinden zu unterrichten. Jeweils acht Kinder bleiben Montag bis Freitag ebenfalls im Camp und werden unter anderem in den Bereichen Umwelt- und Tierkunde, Jobmöglichkeiten, Public Speaking und Recycling unterrichtet. Die frühen Vormittage und späteren Nachmittagsstunden werden voll und ganz den Tieren gewidmet. Gemeinsames Ausmisten und Füttern fördert den Zugang der Kinder zu Afrikas Tierwelt. Ich habe hier noch kein Kind erlebt, das nicht über das ­ganze Gesicht strahlt, wenn Tiki, das Erdmännchen, ihm in Sekundenschnelle jegliche Scheu nimmt. Seine eher aufdringliche Art, Streicheleinheiten zu erhaschen, lässt jedes Herz schmelzen.

Ich entscheide mich gegen eine Lehrertätigkeit im Klassenzimmer und schenke meine gesamte Aufmerksamkeit den vierbeinigen Bewohnern DAKTARIS. Ich a­ssis­tiere jedoch regelmäßig bei der Interaktion der Kinder mit den Tieren, und es ist unglaublich schön, beobachten zu können, wie sich der Zugang zu den Lebewesen ihres Landes mit jedem Tag verbessert und verändert.

Die Instandhaltung aller Gehege und die Pflege der teils verletzten Tiere ist bei fast 40 Grad im Schatten anstrengend und kräfteraubend. Der belohnende Aspekt überwiegt jedoch zweifellos.

Bubba & Caline erhaschen Streicheleinheiten.

Frühstück mit Eichhörnchen.

Die Erfahrungen meiner etlichen Afrikareisen werden gebündelt benötigt, als wir ein zwei Tage altes Rappenantilopenbaby, das von seiner Mutter verstoßen wurde, zur Aufzucht bekommen. Innerhalb kürzester Zeit werde ich Mama und meine Tage werden von den Fütterungsintervallen, der richtigen Temperatur des Fläschchens, zahllosen Liebkosungen und Muskeltrainings für die noch staksigen Beinchen bestimmt. Die wenige Zeit, die dazwischen bleibt, wird von allen anderen Vierbeinern oder geflügelten Bewohnern in Anspruch genommen. Um allen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, braucht es kreative Ideen, die den Alltag durch Futterspiele, Ablenkung und Spiel spannend und ausgiebig gestalten.

Dieses kleine Refugium, nur eine Stunde vom Krüger-Nationalpark entfernt, ist ein bunter, fröhlicher Mix aus allen Kulturen und Sprachen, wo man nicht nur sein eigenes Alter vergisst und Freunde fürs Leben findet, sondern auch abseits aller westlichen Luxusgüter ganz schnell und ganz intensiv zu sich selbst finden kann.

Wenn man abends die unzähligen Geräusche des afrikanischen Busches in sich aufsaugt und bei einem kühlen Glas Wein der Sonne beim Untergehen zusieht, erfüllt einen das schöne Gefühl, etwas dazu beigetragen zu haben, dass unsere Welt morgen ein kleines bisschen besser ist.

Banchee, das Thickertail-Bushbaby, hat auf DAKTARI sein Zuhause gefunden.

Die Geschichte von DAKTARI

Michèle, eine gebürtige Französin, und Ian, ursprünglich aus Simbabwe, treffen einander, als Michèle ihren Traum verwirklicht und eine Reise nach Südafrika unternimmt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebe, die stärker nicht sein kann – wie zwei Löwenherzen in einer Brust. Recht rasch wird geheiratet, und während sie gemeinsam verwaiste Löwen-, Elefanten-, Antilopen- und Gepardenbabys für verschiedene Farmen aufziehen, wächst der unbändige Wunsch, eine eigene Wildtierauffangstation zu gründen. Doch wie fast immer im Leben, muss zuerst eine Möglichkeit gefunden werden, um genug Geld dafür zu verdienen.

Die beiden eröffnen ein Restaurant in Hoedspruit, der kleinen Stadt am Rande des Krüger-Nationalparks, und kümmern sich weiterhin um verwaiste Tierkinder. Und auch Thabo, ein damals zwölfjähriger Bub, findet bei Ian und Michèle Zuneigung, Liebe und ein neues Zuhause. Schon bald erkennen die beiden Abenteurer, dass Thabos Verständnis der afrikanischen Wildnis gegenüber wächst, sein Interesse erwacht und es entwickelt sich seinen Wunsch, sein Afrika besser zu machen und mehr Einklang mit der Natur zu suchen. Der Traum, eine Wildtierauffangstation zu gründen, erweitert sich nun um den Wunsch, auch eine Schule zu eröffnen. Eine Schule, die den Kindern Afrikas ihr Land, ihre Natur und ihre Wurzeln wieder näherbringt.

2006 ist es dann so weit, und mit der Hilfe von Sponsoren, hart erarbeitetem Geld sowie vielen internationalen Freiwilligen konnten seit 2006 mehr als 4000 Kinder in DAKTARI unterrichtet werden. Zudem wurden unzählige Tiere hier gesund gepflegt, wieder in die freie Wildbahn entlassen oder haben hier ein Zuhause auf Lebenszeit gefunden.

Mehr Infos unter www.daktaribushschool.org

Neapel

Neapel

Im Schatten des Vesuv

Zwischen Gassen und atemberaubenden Aussichten;
Neapel – die Stadt der Kunst und des guten Lebens.

Text: Dario Santangelo

Fotos: Dario & Diego Santangelo

Sonnenaufgang in Neapel. Foto: Dario Santangelo

Sonnenaufgang in Neapel. Foto: Dario Santangelo

Um dreiviertel sechs Uhr morgens beginnt die Sonne vor der stillen Stadt, die sich über das Klischee hinwegsetzt, dass sie immer chaotisch und laut ist, den Himmel hinter dem Vesuv in goldenes Licht zu tauchen. Der Schatten des Vulkans erstreckt sich über den Golf und versucht, die Küstenlinie von Neapel zu berühren. Es ist wie die Zärtlichkeit eines Vaters für seine noch schlafenden Kinder, wenn er das Haus verlässt, um zur Arbeit zu gehen.

Der Schatten des Vesuvs ist der Atem, der die Stadt zum Leben erweckte, die symbolische Prägung des Charakters der Neapolitaner und ihrer Lebensweise. Erde, Feuer und Wasser vereinen sich in dem Landgebiet wie in der Seele des Neapolitaners. Wurzeln, Leidenschaft und Fluidität bestimmen den daraus resultierenden Charakter.

Der Neapolitaner – Tiefe Wurzeln und kosmopolitischer Geist

 
Die Suche nach dem Ursprung dieses Volkes ist keine Suche nach faden Nationalismen, sondern vielmehr die Entdeckung eines Kaleidoskops, das sich aus den Facetten von 2800 Jahren mediterraner Geschichte zusammensetzt. Die Stadt wurde von den Griechen gegründet, zuerst das antike Partenope und dann die Neue Polis (Neapel), gefolgt von den Römern, die sie groß und mächtig machten. Die arabische Kultur berührte sie mehrmals, doch dann malten die Normannen, die Anjou, Friedrich II. von Schwaben und schließlich der spanische Hof die Kästchen eines über einen langen Zeitraum hinweg entstandenen Bildes aus.

Der Melting Pot der Kulturen hat ein Volk hervor­gebracht, das sich zur Gastfreundschaft berufen fühlt und einen kosmopolitischen Geist besitzt. Die Gastfreundschaft dieser Stadt und der Neapolitaner zu erleben, ist eine einzigartige Erfahrung. Die Reisenden, die in Neapel ankommen, sollten den Medienlärm, der die Stadt fälschlicherweise als voller Gefahren beschreibt, nicht beachten und sich von der Wärme der neapolitanischen Lebensart einhüllen lassen, die so archaisch und beruhigend ist wie die vulkanische Erde, aus der sie entstanden ist. Ein Spaziergang durch die Straßen der Altstadt ist ein Bad in einer chaotischen, harmonischen und studierten Art, das Leben zu genießen.

Foto: POSILLIPO UND SEINE EXKLUSIVE WELT Der Palazzo Donn’Anna mit seiner Eleganz eines Adelshauses vom Anfang des 17. Jahrhunderts markiert eine ideale Linie zwischen der Stadt und dem Beginn des Posillipo-Hügels. Dieser herrliche Ort mit atemberaubenden Aussichten ist heute der Wohnsitz der wohlhabendsten Neapolitaner.

Farben, Anregungen und Düfte umhüllen die Seelen der Reisenden, die diese Stadt für immer verliebt verlassen. „Ich reise ab. Ich werde weder die Straße von Toledo noch die Aussicht, die wir aus allen Stadtteilen Neapels haben, vergessen: Sie ist unvergleichlich, in meinen Augen die schönste Stadt des Universums“, schrieb Stendhal, als er Neapel im Jahr 1817 verließ.

Wie für Dichter und Künstler ist Neapel auch für den gewöhnlichen Touristen eine inspirierende Stadt. Die Wärme dieses Landes ist die uralte Seele der Neapolitaner, die in einer Landschaft verwurzelt ist, die Gedanken an die Unsterblichkeit weckt. „Neapel sehen und sterben!“, so heißt es in den Schriften Goethes, der sich in die Stadt verliebte und so den Imperativ überlieferte, dass jeder Mensch mindestens einmal im Leben vom Hügel Posillipo (aus dem griechischen „Pausilypon/Ort fern der Sorgen“) auf den Golf von Neapel blicken sollte.

Foto: DIE GEMÜSEGÄRTEN VON NEAPEL Die 1001 Gemüsegärten von Neapel zwischen den Gebäuden der Stadt sind kleine grüne Oasen, die saftige Orangen und Zitronen hervorbringen. Und all das Gemüse, das für die neapolitanische Gastronomie typisch ist. Fantastische Produkte dank der Zusammensetzung des Bodens, der über Millionen von Jahren vom Vesuv befruchtet wurde.

Foto: GENUSS ZUM GREIFEN NAH Wenn man durch die Gassen Neapels flaniert, ist das Angebot an kleinen Vergnügungen unendlich. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt begegnet man den Verkäufern von Zitronen-Granitas, von denen der berühmteste Carmine ist. Aber es gibt auch kleine Stehcafés für einen schnellen Espresso, Verkäufer von Süßem, wie Sfogliatella und Babà, frittierter Pizza und vielem mehr.

Leidenschaft – das Feuer, das den Atem der Stadt belebt

In Neapel geht alles schnell, obwohl die Veränderungen in diesem Schmelztiegel, der die Stadt ist, langsam ­reifen. Wenn man um die Ecke eines „Vicolo“, einer der engen Gassen im Zentrum Neapels, biegt, ist es manchmal, als würde man durch ein Zeitportal gehen und sich zwischen transparenten Bildern der Gegenwart bewegen, durch die man ganz natürlich die lebendige Vergangenheit erkunden kann.

Die Moderne lebt in Symbiose mit der Vergangenheit. Die alten Klöster im Zentrum stehen neben den trendigen Tavernen für Touristen, der historische Musik­instrumentenbau in der Via San Sebastiano, in der Nähe des Konservatoriums, neben den neapolitanischen Merchandising-Geschäften für Touristen.

Der Berührungspunkt von Gegenwart und Vergangenheit ist die Lebensart der Neapolitaner, die sich im Laufe der Zeit nie verändert hat. Auf einer Seite ist da das hektische Tempo der Stadt, in der sich die Neapolitaner langsam und entspannt bewegen. Jede Idee, jeder Impuls wird schnell aufgegriffen und in Aktivität umgesetzt, aber dann hat das Tun seinen eigenen Zeitrahmen, in dem die Praktiken des täglichen Lebens ihren Platz finden müssen: ein schneller Kaffee mit einem zufällig getroffenen Freund. Das heilige Ritual des Mittag­essens, das mit dem Abendessen Hand in Hand geht. An der Bar über das letzte Fußballspiel von Napoli plaudern und zwei Minuten an einer Straßenecke das Gesicht der Sonne zugewandt verweilen, um die Batterien der Leidenschaft aufzuladen. Projekte werden vorangetrieben, die Arbeit geht voran, eine Lösung für ein Problem wird gefunden, aber das langsame, ruhige Atmen der Stadt wird nie gestört. Das ist die Kunst des guten Lebens.Das Angebot der Stadt für Einheimische und Besucher ist vielfältig: von Handwerksbetrieben über kleine Mode­geschäfte bis hin zu den zahlreichen bunten Greißlern, die köstliche Lebensmittel verkaufen. Vom raffinierten Restaurant über die traditionelle Taverne bis hin zu den Tausenden von Street-Food-Läden. Von den im Vergleich zu den anderen Plätzen Europas unkonventionellen Straßenkünstlern bis hin zu dem Charakter, bei dem man nicht weiß, was er tut und was er anbietet, der dich aber anhält und sympathisch ein paar Minuten mit seinem Angebot unterhält … was immer es auch sein mag.

Derjenige, der tut, tut es mit Leidenschaft und bietet sein Produkt mit ganzer Begeisterung an. Der Reisende aus dem nordeuropäischen Kulturkreis kann sich an-gegriffen fühlen, in seiner Intimsphäre bedrängt. Man muss loslassen, sich gehen lassen. Wer nach Neapel kommt, muss vertrauensvoll in diesen Fluss des Lebens, der die Stadt ist, eintauchen und sich treiben lassen.

Alles fließt – eine Stadt im Zeichen des Werdens

Das heraklitische Pánta rheî findet seinen eindrucksvollsten Beweis in Neapel. Es ist nicht möglich, zweimal in diese Stadt einzutauchen und dieselbe Erfahrung zu machen. Nicht nur, weil sich alles verändert, sondern auch, weil es der Besucher selbst ist, der verändert wird. Um Neapel kennenzulernen, muss man alle Erwartungen über Bord werfen und sich auf das einlassen, was die Stadt zu bieten hat. Jeder neue Besuch wird der erste sein, voller Entdeckungen und Faszinationen, die sich nicht wiederholen, die nicht ermüden.

Es ist die Stadt selbst, die einen ständigen Wechsel der Perspektive bietet. Die lauten Gassen, Vicoli, und engen Straßen des Zentrums, in denen man wie auf einem Skateboard jonglieren muss, um durch den chaotischen Strom von Menschen, Mopeds, Autos und Straßenverkäufern zu kommen. Dann, wenn man die Hügel hinaufsteigt, öffnet sich an einer Straßenkurve plötzlich ein Panorama, das einem den Atem raubt. Das Motiv ist immer dasselbe, der Golf von Neapel und die imposante Masse des Vesuvs, aber mit dem Wechsel des Blickwinkels verändert es sich. Einmal ist der Vesuv ganz nah, riesig, fast zum Greifen nah, aber dann verblasst er in der Landschaft der sorren­tinischen Küste, die ihm folgt, und der Blick gleitet schnell an den Reliefs und Kurven der Küste entlang, ­bevor er auf das Profil von Capri springt.

Und dann gibt es noch die Stadt, die man nicht sehen kann – das Napoli Sotterranea: eine Reihe von archäologischen und paläoarchäologischen Stätten auf mehreren Ebenen unter dem historischen Zentrum. Ein Stadtgrundriss, der sich sowohl oben als auch unten wiederholt, der aber durch die Zeitalter, griechisch und römisch, hindurchgeht und an der Oberfläche in der heutigen geschichtsträchtigen Stadt endet. Aber Neapel verbirgt noch viel mehr unter der Erde, und zwar an mehreren Stellen, etwa den Bourbon-Tunnel, die Katakomben von San Gennaro und unterirdische Friedhöfe.
Es bleibt keine Zeit zum Verweilen, weder in den Vicoli noch vor den Aussichten oder im Untergrund. Alles fließt. Die Stadt ist fließend wie das Meer, wie die Strömung des Golfs, die an ihrer Küste entlangläuft und die Wellen dazu bringt, an die Ufer zu schlagen, wie dreiviertel sechs Uhr morgens, wenn die Sonne aufgeht und die Wellen die Zärtlichkeit des Vesuvs der Stadt überbringen.

Ein weiterer Tag ist vergangen, aber das Neapel des Vortags gibt es nicht mehr. Vor den schläfrigen Augen des Touristen am Fenster seines Hotels, der an seinem neapolitanischen Espresso nippt, den er zu schlürfen gelernt hat, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie wenig in der Tasse ist, gibt es eine neue Stadt zu entdecken. Ein neues Bad in der Kunst des guten Lebens im Schatten des Vesuvs.

 

Foto: SPACCANAPOLI – DIE ÄLTESTE STRASSE DER STADT Der Name dieser Straße bedeutet wörtlich übersetzt „schneidet Neapel in zwei Teile“. Wenn man die Stadt von San Martino auf dem Vomero-Hügel aus betrachtet, durchschneidet diese Straße das gesamte Stadtzentrum in einer perfekten geraden Linie. Es handelt sich um die Straße, die von den Griechen bei der Gründung von Neapolis angelegt wurde. Sie ist das geometrische Zeichen der griechisch-römischen Stadtplanung, das seit mehr als zweitausend Jahren überlebt.

Foto: DER NÖRDLICHSTE SUQ DES MITTELMEERS Die gesamte Altstadt innerhalb der Stadtmauern ist wie ein Suq der arabischen Welt. Unzählige kleine Geschäfte und Boutiquen bieten ihre Waren an. Laden- und kleine Tavernen-Besitzer halten Touristen auf der Straße an und laden sie ein. Alles ist bunt und duftet nach den Köstlichkeiten des Street Food.

7 DINGE, DIE MAN UNBEDINGT KOSTEN MUSS

1. Espresso napoletano
Er ist der kleinste und geschmacksintensivste der in Italien zubereiteten Espresso. Samtig, mit einer dunkelbraunen Crema – ein explosives Konzentrat der Stadt.

2. Sfogliatella und Babà
Die beiden berühmtesten Kaffeehaus-Desserts Neapels. Ersteres ist ein Stück Stadtgeschichte – außen knusprig und innen ein cremiges Herz. Der Babà ist eine Mischung aus einladender Weichheit und saftig alkoholischer Feuchtigkeit … ein endloser Genuss.

3. Pizza Napoletana
Pizza ist heute global. Aber die neapolitanische Pizza gibt es nur in Neapel. Die UNESCO hat die Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers 2017 zum Weltkulturerbe erklärt. Neben dem Essen kann man das Spektakel der Pizza-Zubereitung genießen.

4. Pizza Fritta
Die „arme“, aber köstliche Schwester der gebackenen Pizza. Es gibt sie in der Pizzeria, aber sie ist auch eines der beliebtesten Street-Foods der Neapolitaner. Die frittierte Pizza wurde von Sofia Loren im Film „Das Gold von Neapel“ unsterblich gemacht.

5. Neapoletanisches Ragù
Die Alma Mater der neapolitanischen Köche. Ein Kult, der in den Familien praktiziert wird. Ein Eintopf aus Tomaten und verschiedenen Fleischsorten. Das Ergebnis ist eine außer­gewöhnliche, aber köstliche Sauce für Pasta und Fleisch.

6. Die Genovese
Niemand weiß, warum dieser Rindereintopf mit vielen Zwiebeln nach der ligurischen Hauptstadt benannt ist. Darüber gibt es viele Mythen, aber keine Gewissheit. Eine duftende Sauce, die mit Nudeln und Parmesan genossen wird.

7. Minestra di Pasta und Kartoffeln
Ein traditionelles Arme-Leute-Gericht. Pasta wird in einer Kartoffelsuppe gekocht, mit Zwiebeln, Karotten und Schinken gewürzt. Am Ende werden geräucherter Scamorza-Käse und gewürfelte Parmesanrinde hinzu­­gefügt. Alles zerläuft und verschmilzt — eine Apotheose!

7 UNVERZICHTBARE ERLEBNISSE IN NEAPEL!

1. Unterirdisches Neapel
40 Meter unterhalb der Kirche von San Lorenzo Maggiore, bei der Piazza San Gaetano, ruhen unter den belebten Gassen Neapels die vielen Kapitel der Stadtgeschichte – von der griechisch-­römische Stadt bis zum Luftschutzbunker des Zweiten Weltkriegs.

2. Palazzo dello Spagnolo und Friedhof Fontanelle
Der Palazzo aus dem 18. Jahrhundert ist einer der schönsten Adelspaläste Neapels. Der Friedhof aus dem 17. Jahrhundert wurde während der Pest angelegt und ist ein einzigartiger und beeindruckender Ort. Beides im Bezirk Materdei.

3. Krippenbauer in der Via San Gregorio Armeno
In der Straße des Krippen- und des Krippenfiguren-Handwerks in Neapel treffen Gegenwart und Vergangenheit in einer einzigartigen Kunst aufeinander.

4. Presepe Cuciniello
Die schönste, größte und faszinierendste Weihnachtskrippe Neapels aus dem 18. Jahrhundert im Museum von San Martino auf dem Vomero-Hügel.

5. 360-Grad-Blick auf Neapel
Vom Exerzierplatz des Castel Sant’Elmo in San Martino auf dem Vomero-Hügel reicht der Blick über den Golf von Neapel, die Inseln und das Hinterland der Stadt. Eine atemberaubende Aussicht!

6. Botanischer Garten von Neapel
Er ist einer der überraschendsten Orte in Neapel. Der Garten wurde von den Bourbonen gegründet und gehört zur Universität von Neapel. Vor einigen Jahren wurde er wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nicht verpassen!

7. Sonnenuntergang im Virgiliano-Park
Der Virgiliano-Park auf dem Posillipo-Hügel bietet eine der schönsten Kulissen der Welt für Sonnenuntergänge. Seine Aussichts­terrasse mit Blick auf die Inseln Nisida, Procida, Ischia und die Landspitze von Capo Miseno ist ein magischer Ort.

Pistenglück

Pistenglück

Pistenglück

Pisten bis auf 2.500 Meter und dazu die Sonne der Alpensüdseite: In der Skiworld Ahrntal mit ihren vier schneesicheren Skigebieten fahren Familien und Pistenprofis von Dezember bis Ostern auf beste Bedingungen ab.

Genuss-Tipp: Ski-Guiding samt Hüttenzauber.

 

Foto: Harald Wisthaler

Foto: Harald Wisthaler

76 Pistenkilometer mit Blick auf 80 Dreitausender: Die Skiworld Ahrntal im nördlichsten Tal Südtirols gilt als Geheimtipp auf der Sonnenseite der Alpen. Die Höhenlage zwischen 1.000 und 2.500 Metern macht die Skiregion sehr schneesicher. Hoch geschätzt wird von Wintersportlern außerdem die Tatsache, dass sie ihren Bewegungsdrang auf überschaubaren Skibergen mit weiten Pisten und kaum Wartezeiten an den Liften ausleben können. Die beiden Skigebiete Speikboden (38 km Pisten) und Klausberg (33 km Pisten) bringen mit top präparierten Pisten von blau bis schwarz alle Skigrößen ins Schwärmen. „Skifahren wie früher“ ist in den beiden kleinen Skigebieten in Rein in Taufers und Weißenbach (insgesamt 5 km Pisten) angesagt, die hervorragend für Familien und Anfänger geeignet sind. Auf 18 urigen Almhütten und Sonnenterrassen kommen Südtiroler Schmankerl auf den Tisch – garniert mit dem Ausblick auf die Zacken der Zillertaler Alpen, der Hohen Tauern und der Rieserfernergruppe.

Foto: Filippo Galluzzi

Frühaufsteher fallen auf die Butterseite

Früh aufstehen lohnt sich in der Skiworld Ahrntal, vor allem mittwochs. An der Gondel der Skiarena Klausberg wartet bereits um acht Uhr der Guide. Schon schweben Skifans mit ihm in der höchsten 8er-Kabinenbahn Südtirols bis auf 2.510 Höhenmeter. Erst hinterlässt das Traum­panorama seine Spuren, dann die Skier auf den butterweich präparierten Pisten. Aber nur bis zehn Uhr, denn dann schwingen alle zum Almfrühstück auf der Kristallalm ab. Der Klausberg hat jedoch auch ein Herz für Langschläfer. Jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag wird um 13 Uhr auf der bestens präparierten Durreckpiste der „weiße Teppich“ ausgerollt. Nach Sonnenuntergang gibt es am Klausberg ein weiteres Extra: einen Pistenbully-Ride mit einem Fahrer sowie einer 500 PS starken und neun Tonnen schweren „Schneekatze“ (ab 18 Uhr, Voranmeldung notwendig). Im Skigebiet Speikboden klingt der Sonntagnachmittag stilvoll mit einem Gondel-Aperitif aus. Während der Auffahrt genießen ­Romantiker zu den letzten Sonnenstrahlen ein Glas Prosecco und delikate Häppchen.

Foto: Filippo Galluzzi

Sport und Spaß für die ganze Familie

Anfänger und Familien finden in der Skiworld Ahrntal perfekte Bedingungen. Auf den kurzen, einfachen Pisten in Rein in Taufers und Weißenbach ist der Einstieg in den Skisport völlig stressfrei. Die ganze Palette des Wintersports lässt sich im Tamarix Family Park in Mühlwald, in der „Alpinwellt Weißenbach“ und im Snowpark Kasern ausprobieren: auf Snowtubes, Skiern, Bobs, ­Rodeln, Loipen und auf dem Eis. Das großartige Angebot im Family-Funpark Speikboden und im Klausiland hält die Kleinen auf Trab und bei Laune. Für Schneezwerge bis sechs Jahre gibt es den Skikindergarten Klausberg und im Mini-Skiclub Speikboden, für die Größeren den Junior- und Teens-Clubs (bis 15 Jahre). Geübtere Freestyler arbeiten sich durch die Steilkurven, Whoops und kleinen Boxen der Dino-Fun-Line Klausberg, bevor sie es mit dem Snowpark der Skiarena Klausberg aufnehmen. In der gesamten Skiworld Ahrntal gibt es drei Skischulen sowie 13 Skiverleih- und Service-Partner. Skibusse pendeln im 20-Minuten-Takt von den Ahrntaler Hotels zu den Aufstiegsanlagen der Skiworld Ahrntal.

Foto: Hansi Heckmair

Der neue alte Campingboom

Der neue alte Campingboom

Der neue alte Campingboom

Die Pandemie und der ungebrochene Trend zu Wohnmobil, Vanlife & Co

von Angelika Mantler-Saul

Foto: Jimmy Conover, unsplash

Corona hin oder her: Die Pandemie hat der steigenden Begeisterung fürs Camping keinen Abbruch ­getan. Ganz im Gegenteil: Campen boomt, die belieb­testen Campingplätze an Österreichs Seen sind bereits jetzt bis September gut gebucht oder sogar ausreserviert, und täglich werden es mehr – Campingfans. Denn viele haben erst vergangenes Jahr das Campen für sich entdeckt, im ersten Pandemie­sommer. Wie das? Viele, die endlich raus wollen, fühlen sich im eigenen Gefährt, in dem man nächtigen und kochen kann, mit entsprechendem Abstand zum Nachbarn auf dem Stellplatz oder Campingplatz sicherer als im Hotel. Dazu kommt die neue Begeisterung für Urlaub im eigenen Land, für einen Wochenendausflug mit Picknick oder einen Stellplatz am Bauernhof im Grünen, um die Seele baumeln lassen zu können.

Foto: Alex Azabache, Pexels

Zwar kamen im ersten Pandemiesommer 2020 weniger ausländische Campinggäste nach Österreich, bei den Inländern jedoch stieg die Campingbegeisterung sehr deutlich: Die Betreiber verzeichneten bei den Ankünften heimischer Gäste ein Plus von 39 Prozent. Und es sieht so aus, als würde dieser Trend im heurigen Sommer anhalten. Ähnliches geschah in Deutschland: Während die übrigen Übernachtungszahlen bis zu 40 Prozent zurückgingen, gab es 2020 bei den Campingplatz-Nächtigungen nur einen ganz leichten Rückgang von etwa 3,8 Prozent. Für die Zeit nach der Pandemie ­erwartet man in der Branche ­wieder eine stete und durchgängige Steigerung der Campernächtigungen, wie die Jahre davor auch.

Camping – die optimale Urlaubsart in Zeiten wie diesen? Was kann Camping, welche Formen gibt es und wo in Österreich lässt man sich da besonders gerne nieder?

Foto: Peter Thomas, unsplash

Warum gerade Camping?

Längst sprechen wir nicht mehr von kargen, eisigkalten Zeltnächten mit morgendlich feuchten Schuhen und unterirdischen Gemeinschaftsduschen. Campingfeeling von heute, das kann viel mehr sein und die Vanlife Community auf Instagram macht es schon die längste Zeit bildgewaltig vor: Vom wahren Luxuscamping mit modernen Campervans, feudalen Wohnmobilen zu chilligen Vans und Bullis, gemütlichen Wohnwagen, abenteuerlichen Dachzelten, ­fixen Mobilheimen oder Glamping-Unterkünften am Campingplatz – all das ist Camping. Wie man als Anfänger die verschiedenen Gefährte und Campingvarianten unterscheidet? Das ist keine Hexerei!

Foto: Camping Rossatz gegenüber Dürnstein

Ein Wohnwagen (Caravan) ist der Anhänger ohne eigenen Motor, den man hinten ans Auto hängt und der allein oder mit Vorzelt bestückt auf dem Campingplatz zurückbleibt, während man einkaufen oder zur Bergbahn für die Wandertour fährt. Ein Campervan, Wohnmobil oder Campingbus hingegen fährt selbst und ist deutlich teurer in der Anschaffung und Haltung. Am beliebtesten sind dieser Tage wohl die wendigen Campervans, die man auch im Alltag verwenden kann, sowie Kastenwagen (Heckklappe) und Wohnmobile (mit Heck-Garage) zwischen 6 und 8 Metern Länge, die ein Bad und eine chemische Toilette an Bord haben. Und dann gibt es natürlich immer noch das gute alte Zelt (auch in der Familien-Version), immer öfter als Dachzelt verwendet.

Foto: Terrassencamping Traisen

Unter den begeisterten Campingfans finden sich heutzutage Wanderer, Dauercamper, Solotraveller, Hundefreunde, unternehmungslustige Familien, Aussteiger, Luxuscamper mit Motorrad im Schlepptau und digitale Nomaden, die unterwegs auch noch arbeiten. Die einen stehen auf ihren kleinen Campervan für den schnellen Weekend- oder City-Trip zwischendurch, andere fahren mit vollausgestattetem, autarkem Wohnmobil bis ans Nordkap und wechseln dabei täglich ihren Stellplatz. Wieder andere sind Dauercamper mit Zweitwohnsitz auf dem Campingplatz und viele bleiben auch drei Urlaubswochen lang einfach am selben Platz direkt am See, private Satellitenschüssel inklusive. Von dem Gedanken jedoch, dass Camping unbedingt eine „günstige“ Urlaubs­variante ist, sollte man sich schnell verabschieden. Schöne Stellplätze an Seen oder Flüssen lassen sich die Platzbetreiber vor allem in der Hochsaison gut bezahlen – auch deswegen, weil ein Großteil der Plätze Zusatzangebote wie ein Hotel bieten.

Foto: Grubhof

Die Campingvarianten sind heute genauso vielfältig wie wir Menschen und unsere Vorstellungen von einem gelungenen Ausflug, Sommerurlaub oder Langzeittrip. Ganz oben auf der Beliebtheitsliste sind ­naturgemäß in der warmen Jahreszeit jene Camping­plätze mit Erfrischungsmöglichkeiten für Zwei- und Vierbeiner direkt am Badesee, am Teich oder am Fluss.

Als Camperin von Kindesbeinen an habe ich campingtechnisch schon (fast) alles ausprobiert: Vom wilden Camping im Zelt am Fluss, beim Wohnwagen­leben mit Familie und Hund, im selbst ausgebauten VW-Bus am See bis hin zu gemieteten Campingvans und Wohnmobilen für Trips nach Slowenien oder nach Norwegen. Auch ein Langzeittrip mit Campingbus durch Australien war dabei sowie Luxus-Camping in hundefreundlichen Traum-Mobilheimen und Glampingchalets am Mittelmeer.

Warum ich Camping liebe? Man hat unterwegs immer alles dabei, ist morgens sofort mitten in der Natur. Ich kann jederzeit am Fluss stehenbleiben, ein Bad nehmen und danach meinen Kühlschrank plündern und mir dazu einen Kaffee machen. Unterwegs entscheide ich täglich neu – je nach Stimmung und Wetter: Weiterfahren – oder noch eine Nacht am See bleiben? 

Foto: Lisbeth-Bringebøen, Pexels

Bett, Kühlschrank und mein motorisiertes Einzimmerappartement sind immer mit von der Partie. Und als Hundebesitzerin habe ich beim Camping auch Gassi-Routen direkt vor der Haustür, während ich beim Hotelaufenthalt oft erst danach suchen muss. Ein kleiner Vorteil für Caravan-Fahrer: Wer mit einem Caravan, sprich Wohnwagen, unterwegs ist, kann denselben sicher auf der Campingplatz­parzelle stehen lassen und ins Auto hüpfen, um zur nächsten Wandertour oder einkaufen zu fahren. Ebenso flexibel sind Zeltler oder Mobilheim-Camper. Wer mit Womo oder Campervan reist, muss sich den Stellplatz reserviert halten und seinen mobilen Haushalt bei jedem Ausflug verstauen und verzurren und abends wieder „aufbauen“.

Foto: Hoang-m-Nguyen-unsplash

Camping-Trends

Campingplätze mit allem Drum und Dran

Camping-Neulinge sind meist überrascht, wie viel Auswahl an wirklich schön gelegenen Plätzen wir hier in Österreich haben. Österreich ist ein wahres Campingland und es kommen immer neue Trends dazu, auch ohne Corona.

Ob es ein einfacher Platz im Wald ist, ein voll ausgestatteter Campingpark mit Wellness und Sauna oder ein hochalpiner Stellplatz mit Bergblick – bei uns hat man die Qual der Wahl. Viele Campingplatz-Sanitäranlagen sind bereits wahre Wellnessoasen mit Privatbädern oder Baby­duschen, am Platz gibt es nicht selten Kindererlebniswelten, Swimming Pools, Dog Agility Parks und Freilaufzonen für den Vierbeiner. An der Rezeption läuft der Check-in ähnlich ab wie im Viersterne-­Hotel und die erste Frage aller Camper gilt meist dem Gratis-WLAN am Platz und nicht mehr dem Stromanschluss. Landstrom auf jedem einzelnen Stellplatz ist aber ohnehin bereits so selbstverständlich wie Online-Reservierung, Brötchenservice und Entsorgungsmöglichkeiten für chemische Toiletten.

Foto: Kristaps Ungurs-unsplash

So rangiert etwa der Campingplatz Park Grubhof im Salzburger Land bei Lofer immer wieder unter den beliebtesten und besten Campingplätzen Österreichs: Direkt am Fluss gelegen, mit eigenen Stellplätzen für Hundebesitzer, einem guten Restaurant, Campinghütten, Wiesen für Zeltler und einem ausgezeichneten Sanitärgebäude mit eigener Wellnesslandschaft im Obergeschoß ist die Auszeichnung wirklich verdient. Ringsum im Saalachtal bescheren Klammen, Wassererlebniswege, die Loferer Alm und besonders idyllische Naturbadeplätze herrliche Ausflugserlebnisse. In Kärnten wiederum ist der Schluga Seecamping am Pressegger See ein Vorzeigeplatz, der mit einem Angebot wie ein Viersternhotel punkten kann und neben Stellplätzen, Luxus-Sanitär, Seezugang, In- und Outdoor-Pools sowie Kinderspielplätzen auch mit schönen Mobilheimen aufwartet.

In Niederösterreich etwa ist der Donaupark Camping Tulln sogar international ausgerichtet: Die perfekt organisierte Anlage mit modernen Sanitäranlagen und Mobilheimen wirbt mehrsprachig, hat eine Rezeption fast wie im Hotel und bietet Bus-Shuttles für alle, die von Tulln aus auch Wien besichtigen wollen. Zudem ist die Nutzung des schönen Badeteichs für Campinggäste im Preis inkludiert und der Platz liegt direkt am Donauradweg.

Foto: Naturpark Schluga Seecamping
Foto: Dominik Jirovsky, unsplash

Tipps für Camping-Urlaubsregionen

 

Urlaub an der Donau Niederösterreich:

www.donau.com/de/donau-niederoesterreich/

Salzburger Land Saalachtal

www.lofer.com/de/aktiv-im-sommer/wilde-wasser/wildes-baden/

Pressegger See Nassfeld, Kärnten

www.nassfeld.at/de/Summer-World/World-of-Lakes/Wasser-erleben/Pressegger-See

Stellplätze und autarkes Camping

Das Zauberwort unter Campern – das ist das autarke Camping. Es wird von jenen geschätzt, die ganz ohne Sanitäranlagen oder das Serviceangebot der Campingplätze auskommen (wollen) und diesen kleinen Luxus zugunsten von meist besonders schön und teils abgelegenen Naturplätzen eintauschen.

Viele der modernen Campinggefährte ermöglichen mittlerweile durchaus autarkes Camping. Der Fokus liegt für unabhängiges Stehen auf offiziellen Stellplätzen oder genehmigten Parkplätzen, ohne dabei Sanitäranlagen oder Stromversorgung („Landstrom“) vom organisierten Campingplatz in Anspruch nehmen zu müssen. Vielmehr setzt man beim Kochen auf Gas, beim Strom auf eigene ­Solar-Paneelen und bei der täglichen Körperpflege auf die Dusche und das WC direkt an Bord.

Die schönsten Stellplätze in Österreich werden unter Campern nur zu gerne als Geheimtipps gehandelt, Parkplätze ohne Übernachtungsverbot sind beliebte, aber auch umstrittene Platzerln für eine Nacht im Grünen, abseits von Parzellenorganisation am Campingplatz. Solche Stellplätze sind längst ein ganz eigener Camping-Trend geworden: Zahlreiche Apps informieren über vermeintliche Geheimplätze, an denen Übernachten im Bus nicht ausdrücklich verboten ist. Andererseits gibt es auch schon offizielle Stellplatzführer, denn viele Campingplätze bieten auch extra Stellplätze „vor dem Schranken“ an für eine unkomplizierte, schnelle Übernachtung ohne zusätz­lichen Firlefanz.

Ein weiterer beliebter Trend, der ganz groß im Kommen ist:
Camping direkt am Bauernhof, beim Winzer oder am Alpakahof. So kann man gleichzeitig Natur­leben schnuppern, im Bauern­laden einkaufen und mit den Landwirten ins Gespräch kommen. Das ist für all jene interessant, die nicht auf Strom und ­Sanitäranlagen angewiesen sind und sich unterwegs gerne mit Naturprodukten vom Direktvermarkter eindecken.

Noch ein Tipp: Auf den offiziellen Naturpark-Parkplätzen des Naturparks Ötscher Tormäuer in Niederösterreich (gebührenpflichtig) darf man mit dem Camper einmalig über Nacht stehen bleiben – vor oder nach der Wanderung in den Ötschergräben oder zu den Tormäuer-Wasserfällen ist das perfekt!

Foto: Laura Pluth, unsplash
Foto: Mobilheime Camping Tulln

Tipps für Stellplätze mit Genussfaktor

 

Rax Park ´n´ Camp – Der Stellplatz für Wanderer in den Wiener Alpen – direkt an der Talstation der Raxseilbahn: www.raxalpe.com/de/wohnmobil-stellplatz-zeltplatz

Bauernleben – die App als Stellplatzführer für mehr als 400 Bauernhöfe. www.bauernleben.at

Genuss Stellplatz – Essen und übernachten beim Gasthof oder Restaurant: www.genuss-stellplatz.at/ 

Camping mit Hund in Österreich

Nur auf wenigen Campingplätzen in Österreich ist die Mitnahme von Hunden ausdrücklich verboten bzw. vom Betreiber einfach nicht gewünscht. Der Großteil firmiert unter „Hunde erlaubt“. Jene Plätze, auf denen man mit Hunden herzlich willkommen geheißen wird und die auch Zusatz-Features für Hunde­besitzer und ihre Vierbeiner anbieten, sind schon deutlich rarer gesät. Aber es gibt sie durchaus und auch sie werden unter Campingfans gerne als Geheimtipps gehandelt. Besonders begehrt sind hundefreundliche Campingplätze mit Bademöglichkeit für den wasserwütigen Vierbeiner direkt am Platz oder in der unmittelbaren Umgebung. Ebenso wertvoll sind eingezäunte Freilaufwiesen am Campingplatz.

Einer der bei Hundebesitzern beliebtesten Plätze in Österreich liegt in Kärnten – und zwar nicht an den Badeseen wie Weissensee, Wörthersee oder Ossiacher See, sondern ganz unspektakulär im Örtchen Gotschuchen nahe der Drau. Am Camping Roz Rosental hat man sich nämlich wahrlich Gedanken gemacht über seine Gäste: So ist der Platz gleichermaßen bei Familien mit Kids wie bei Campern mit Hund ganz hoch im Kurs. Ein eigener Bereich des Platzes mit Badesee ist ausschließlich für zweibeinige Gäste reserviert, aber auch für die Vierbeiner wurde hier mit Bedacht geplant: Ein extra Hundeschwimmteich, ausgeschilderte Hunde-Gassirouten und eingezäunte Spielbereiche sowie ein eingezäunter Hunde-Badeplatz an der nahen Drau stehen für Camper mit Hund zur Verfügung: ein wahres Campingparadies in Kärnten, wo man sich mit vielen hundefreundlichen Ausflugszielen besonders gut auf diese Zielgruppe vorbereitet hat.

Beliebt ist aber auch der riesige Campingplatz Müller am Weissensee, der keine Parzellenordnung hat, unkompliziert und naturnah daherkommt und für den Vierbeiner einen eigenen Zugang zum türkisgrünen See bietet. Traumhafte Wanderrouten starten auch hier direkt am Campingplatz.

Am Ötscherland Camping im Mostviertel steht man mit seinem Campervan fast direkt an der Ois, einem glasklaren Flüsschen, in dem man mit dem Vierbeiner herrlich plantschen kann. Und der Lunzer See mit seinen vielen Wandermöglichkeiten ist auch nur einen schönen Hunde-Spaziergang entfernt.

Foto: Patrick Hendry, unsplash

Tipps für Camping mit Hund

 

Urlaub mit Hund im Mostviertel

www.mostviertel.at/urlaub-mit-hund 

Kärnten für Hundefreunde

www.kaernten-top10.at/ausflugsziele-mit-hund-kaernten-oesterreich-hundefreundlich/ 

Reiseberichte mit Hund unterwegs

www.wiederunterwegs.com/camping-mit-hund-tipps/

Der Soft-Start ins Camping: Mobilheime & Co

Aus Skandinavien kennt man sie längst: Die kleinen Campinghütten oder Holzchalets auf den Campingplätzen, die man spontan mieten kann, wenn man kein Wohnmobilfahrer ist. Auch in ­Österreich bieten immer mehr Campingplätze ­Mobilheime von einfach bis luxuriös an: Nicht nur Radfahrer oder Motorradfahrer greifen gerne auf diese unkomplizierte Art der Unterkunft zurück. Mobilheime können gut und gern als schöne Ferien­unterkunft für einen ganzen Urlaub herhalten: Meist gibt es zumindest zwei Schlafzimmer, eine Küche, Bad und WC sowie eine überdachte Terrasse. Man mietet das Mobilheim am Campingplatz genauso wie einen Stellplatz oder eine Parzelle und kommt dennoch in den Genuss des Camping-­Feelings.
Zu den Mobilheimen gesellen sich nicht selten auch Schlaffässer, Camping-Pods oder kleine Bungalows – auch das kann Camping sein. Gleich mehrere Unterkunftsvarianten von Stellplatz, ­Mobilheim über Hütten und Schlaffässer bietet das Camping Village Wörthersee: Hier sind alle willkommen – Familien, Hundebesitzer, Camper und jene, die mal etwas anderes ausprobieren wollen – Stichwort Jurte.

Erst mieten, dann kaufen

Heuer boomt nicht nur der Verkauf von Campervans (wer jetzt bestellt, muss lange warten), sondern auch die Vermieter von Wohnmobilen, Wohnwagen und Campervans haben gut zu tun. War es bis 2019 nur eine gute Handvoll professioneller Womo-Vermieter in Österreich, so ist heuer die Auswahl schon deutlich größer. Juni bis September gilt als Reise-Hauptsaison, dann sind die ­Tagessätze für die Miete am höchsten. Wer außerhalb dieser Zeiten reist, kommt nicht selten in den Genuss von deutlichen preislichen Vergünstigungen und Aktionen. Und für die Hartgesottenen: Auch Winter-Camping liegt im Trend. Einsteiger sollten sich jedoch erstmal in der Sommer-Variante versuchen.

Text: Scott Goodwill, unsplash
Text: Uriel Mont, Pexels

 Camping in Österreich – eine Auswahl

 

Am Wasser

Pielachtal Camping – neu ab Mai 2021 (NÖ) www.pielachtalcamping.at/ 

Seecamping Ottenstein (NÖ) www.hotelottenstein.at/ 

Donaupark Camping Tulln (NÖ) www.campingtulln.at/ 

Donaucamping Krems (NÖ)  www.campingkrems.at/ 

Camping Appesbach am Wolfgangsee (OÖ)  www.appesbach.at/ 

Camping Murinsel (STMK)  www.camping-murinsel.at/ 

Camping Mexico am Bodensee (VO)  www.camping-mexico.at/ 

Seecamping Müller am Weissensee (K) www.seecamping-weissensee.at/ 

Camping Village Wörthersee (K) www.campingvillage.at/campingplatz

Camping Schluga Hermagor (K) www.schluga.com/camping/schluga-camping-hermagor/ 

Camping Grubhof (SBG) www.grubhof.com/de/ 

Camping Seebad Breitenbrunn (BL) www.seebad-breitenbrunn.com/camping 

Camping Seeblick Toni (Tirol) www.camping-seeblick.tirol/ 

 

In den Bergen und im Grünen

Terrassencamping Traisental (NÖ) www.camping-traisen.at/  

Camping Ötscherland (NÖ) www.oetscherlandcamping.at/ 

Camping Kernhof (NÖ) www.campingkernhof.at/ 

hochOBEN Camp & Explore Mallnitz (K) www.hochoben.at/ 

Camping Ötztal Längenfeld (T) www.camping-oetztal.com/ 

Camping Grimmingsicht (STMK)  www.grimmingsicht.at/ 

Camping Galtür (VO)  www.camping-galtuer.at/ 

Camp Mondsee Land (SBG) www.campmondsee.at 

 

Tipps für Camping mit Hund

Ötscherland Camping (NÖ) www.oetscherlandcamping.at/ 

 

Aktiv Camp Purgstall (NÖ) www.topcamp.at/ 

Wachaucamping Rossatz (NÖ) www.wachaucamping-rossatz.at/ 

Camping Rosental Rož (K)  www.camping.rozweb.eu/ 

Naturpark Schluga Seecamping (K) www.schluga.com/ 

Seecamping Plörz (K)  www.camping-ploerz.at/ 

Camping Sonnenland Lutzmannsburg (BL) www.camping-sonnenland.at/ 

Aktiv Camping Prutz (Tirol) www.aktiv-camping.at/ 

Panoramacamp Zell am See (SBG) www.panoramacamp.at/ 

Strandcamping Fenninger Spitz (SBG) www.camping-fenningerspitz.at/ 

Alpencamping Nenzing (V) www.alpencamping.at/camping-mit-hund/ 

 
Stellplätze ohne Campingplatz-Einrichtungen

Rast-Stellplatz Velden www.stellplatz.info/wohnmobilstellplatz/rast-stellplatz-velden 

Bauernleben www.bauernleben.at/ 

Schauaufsland www.schauaufsland.at/ 

Genuss Stellplatzführer www.genuss-stellplatz.at/ 

Promobil Stellplatzführer und App www.promobil.de/stellplaetze/stellplatzsuche/    

 

Einen Campingbus mieten

www.wohnmobilezummieten.com/ 

www.paulcamper.at/ 

www.campanda.at/ 

www.myvanture.com/myvans/ 

www.roadsurfer.com/de/ 

www.campcar.at/ 

www.caramobil.at/vermietung/ 

www.wohnmobil-mit-hund.at/ 

www.wohnmobil-mieten-online.at/ 

Abmarsch in Sonne!

Abmarsch in Sonne!

Abmarsch in die Sonne

Leichte Frühlingswanderungen für die Seele –
im Ostens Österreichs

von Angelika Mantler-Saul

Foto: Pixabay

Bei milden Frühlingstemperaturen lässt es sich hervorragend schon von sonnig heißen Sommertagen träumen. Mit einem ausgedehnten oder leichten Spaziergang kann man sich auf diese bevorstehenden Hundstage im Hochsommer schon mal einstimmen: So können wir nicht nur unsere Stimmung aufhellen, sondern auch unseren Vitamin-D Speicher auffüllen und etwas für unsere Seele tun. Das muss keine Wandertour und keine ausgedehnte Bergpartie sein – ein längerer Frühlingsspaziergang oder eine leichte Rundwanderung kann schon helfen, das aktuelle Weltgeschehen rund um uns etwas weniger tragisch zu sehen. Und das können wir gerade jetzt wohl alle gut brauchen. Hier kommen Tipps in der Ostregion Österreichs mit Wohlfühl-Garantie.

Tipp: Stets eine kleine Jause, Trinkwasser und vielleicht eine Picknickdecke einpacken. Denn die schönsten Platzerln inmitten von Leberblümchen und Gänseblümchen sowie romantische Jausenbankerln mit Ausblick findet man immer unterwegs und nicht direkt am Parkplatz. Außerdem lohnt es sich, vor dem Start ein wenig zu recherchieren, ob vor Ort ein Winzer oder ein Gasthaus vielleicht ein Take-away-Picknick oder eine Kellerjause zum Mitnehmen anbietet. Reservieren, abholen und unterwegs dort schmausen, wo es gerade schön ist!

Foto: Weinviertel Tourismus, Mandl

Das Weinviertel – Kellergassenfeeling und Weinberg-Walking

Das Weinviertel ist nah genug für jeden freien Nachmittag. Wer hier wandert, wird sich an Kellergassen, Triftwegen, Hohlgassen und blühendem Raps erfreuen können. An jedem Marterl oder Bildstock ist es zum nächsten Weingarten nicht weit und oft führen uns Weinrundwanderwege oder die gut ausgeschilderten Tut-Gut-Wanderwege der Gemeinden ein Stückchen weiter hinein in die unaufgeregte Landschaft rund um den Grünen Veltliner, der am öftesten angebauten Rebsorte in Niederösterreich. Fast noch im Wiener Speckgürtel liegt etwa die Gemeinde Traunfeld, deren Tut-Gut-Wanderweg gemütlich durch zwei Kellergassen führt und oben auf dem Plateau sogar einen Rundumblick Richtung Laa und Leiser Berge erlaubt. Wer will, steigt ab zum romantisch im Wald gelegenen Heiligbergkircherl in Hautzendorf und wandert nach der Rückkehr immer weiter Richtung Wolfpassing und Bogenneusiedl. Dabei muss man nicht immer akribisch den Schildern folgen, oft führt ein anderer Abstieg hinunter in den Ort ebenso durch schöne Triftwege mit alten Presshäusern. Zurück in Traunfeld, kann man sich noch bei einem der Hofläden der Winzer eindecken – mit einem guten Tropfen für daheim.

Tipp: Ausgeschildert sind auch sogenannte Weinberg-Walking-Touren, so etwa in Bad Pirawarth, in Kollnbrunn mit dem einzigartigen Kellerberg oder in Gaweinstal. 16 beschilderte Nordic- Walking-Strecken durch die schönsten Weinrieden in der Region Südliches Weinviertel warten ebenfalls auf sportliche Besucher. Auf einer Gesamtlänge von mehr als 90 Kilometernkm führen die Routen durch idyllische Weinberge mit ihren sanften Steigungen, mitten durch malerische Kellergassen und vorbei
an Winzerbetrieben, Weingasthöfen und Heurigen der Region.

Links:
www.wanderwege.noetutgut.at/

www.weinberg-walking.at/

Foto: ARGE Weinstrasse Kremstal, Robert Herbst

Kremstal und die Region Wagram – Tut-Gut-Wanderwege und Kellergassen

Die längste Kellergasse Österreichs findet sich überraschenderweise nicht im tiefen Weinviertel, sondern im Kremstal in Rohrendorf. Es ist die Lindobelgasse. Rund um die 72 Presshäuser und Kellerröhren gibt es ein weit verzweigtes Netz aus Karrenwegen und Weinbergwegen, die den Blick freigeben auf den charakteristischen Löss der Region, auf das majestätisch thronende Stift Göttweig auf der anderen Donauseite und auf die Donau selbst. Etwa wenn man beim sogenannten Heinz-Conrads-Tor mit weitem Blick hinunter ins Kremstal angelangt ist. Dorthin finden alle, die beim Sepp-Moser-Gebäude parken und einem der drei ausgeschilderten Wanderwege folgen. Unterwegs stößt man schon mal auf Weitwanderer, die ein höher gestecktes Ziel haben: den Weitwanderweg Kremstal-Donau zu absolvieren. Dieser erschließt sich nibelungengau-kremstal auf 100 Kilometern in 15 verschieden langen Etappen rund um die Weinstadt Krems und schließt auch an den berühmten Welterbesteig Wachau an. Dabei tangiert man das besagte Rohrendorf, Langenlois, Senftenberg und andere Orte im Kremstal. Rund um den Wanderweg in der Kellergasse Rohrendorf finden sich auch Infoschilder für Pilger, denn Rohrendorf liegt zudem am niederösterreichischen Abschnitt des Jakobswegs. Einige Winzer in Rohrendorf bieten Take-away- Kellerjausen zum Bestellen an: Wer vorbestellt und unterwegs ein Jausenbankerl auskundschaftet, kann dann umso entspannter zum Salzstangerl mit Speck greifen.

Tipp: Ein Nachbar des Kremstals ist die Region Wagram. Die Tut- Gut-Wanderwege in der Grenzregion beim Wagram, etwa in Kirchberg oder Großriedenthal, sind mindestens genauso entspannend zu erwandern wie die Weinwanderwege. Besonders schöne Aussichtspunkte sind die Aussichtsplattform bei Absdorf oder die Warte in Fels am Wagram. Ganz neu ist die schmucke Eisen. Hut-Aussichtsplattform am höchsten Punkt des Wanderwegs in Großriedenthal. Auch das weithin ersichtliche „Wagramfenster“ (eine Freilichtbühne und Aussichtspunkt) in Kirchberg am Wagram ist ein feiner Selfie-Spot für Insta-Wanderer. Augen auf auch wegen der Vogelwelt, vielleicht bekommt man ja einen Bienenfresser oder einen Wiedehopf zu Gesicht!

Links:
www.rohrendorf.at/de/tourismus-freizeit/rad-wanderwege.html
www.donau.com/de/wachau-nibelungengau-kremstal/ausflug-bewegen/bewegung/ weitwanderweg-kremstal-donau/
www.donau.com/de/wagram/ausflug-bewegen/

Foto: NÖ Werbung, Andreas Hofer

Die Wachau wildromantisch

Manchmal früher, manchmal später: Die Marillenblüte in der Wachau treibt normalerweise jedes Jahr die Menschenmassen ins Donautal. 150.000 Marillenbäume blühen dann nämlich weiß leuchtend und tauchen die Landschaft zwischen Krems und Melk für einige Tage in ein Blütenmeer. Der Marillenwanderweg ist aber auch vor und nach der Blüte einen Spaziergang wert. Mit der Blüte ist es nämlich schon nach einigen Tagen wieder vorbei, der Wachauer Marillen-Erlebnis-Weg (5 km Rundweg) jedoch bleibt. Etwas anspruchsvoller, aber vielversprechend wegen der fulminanten Aussicht, ist eine Wanderung hinauf auf die Ruine Dürnstein. Auf dem Erlebnisweg, der beim östlichen Ortseingang beginnt, ergeben sich immer wieder wunderbare Blicke hinunter nach Rossatz, zur blauen Kirche in Dürnstein und weiter in die Wachau. Die Variante des steilen Voglbergsteigs (teilweise mit Drahtversicherung) ist schon etwas schweißtreibender, aber auch wildromantischer. Oder aber man fährt ein Stückchen weiter in die Wachau hinein bis ins malerische Spitz mit der Ruine Hinterhaus. Von dort hat man einen tollen Blick über die Winzerstadt, aber es empfiehlt sich, auch hinan zum Roten Tor zu wandern. Dort entscheidet man sich entweder für die kurze Rote-Tor-Runde oder wandert weiter Richtung St. Michael. Auf dem Weg dorthin passiert man einige Aussichtspunkte mit fulminantem Donaublick, perfekt für ein mitgebrachtes Picknick. Retour geht’s dann nach dem Abstieg über den Treppelweg entlang der Donau. Erfrischend nach der Wanderung zum Füße- (oder Pfoten-) abkühlen!

Tipp: Maria Laach ist der höchstgelegene Ort an der Donau beim Naturpark Jauerling-Wachau und gehört zu den herausragendsten geomantischen Zonen Österreich. Wen wundert es da, dass es hier ganz besonders viele mystische Plätze und Kraftlinien in der Landschaft gibt? Der Kraftweg beim Wallfahrtsort Maria Laach im Waldviertel am Jauerling entlang der Donau ist 10 Kilometer lang und führt zu verschiedensten solcher Energieplätze. Er startet beim alten Trinkbrunnen am Marktplatz und führt über 11 Stationen zur monumentalen Wallfahrtskirche hinan.

Links:
www.duernstein.at/de/urlaub-in-duernstein/wandertipps.html
www.marillenweg.at/
www.donau.com/de/wachau-absolvieren

Foto: NÖ Werbung, Robert Herbst

Die Wiener Alpen – Die Wunderwelt der Zauberberge

Nur eine knappe Stunde Autofahrt von Wien entfernt (Stau nicht mitgerechnet), taucht man in die Wunderwelt der Zauberberge der Wiener Alpen ein. Rund um Rax und Schneeberg finden sich abseits von Bergtouren auch einfach zu begehende, lohnende Rundwege, Panoramawege und Promenaden zum Spazierengehen. Entlang der Schwarza promeniert es sich besonders schön in Payerbach auf der Fischerpromenade oder in Reichenau an der Sonnenpromenade zu Villen und ehemaligen Hotels aus dem Fin de Siècle. In den Kurparks stehen noch schön restaurierte Kurpavillons, und ganz hinten in Reichenau beim schönbrunnergelben Thalhof fühlt man sich ganz so wie zu Arthur Schnitzlers Zeiten. Auf der Pass-Straße in Semmering begleitet uns das Hochstraßenmuseum in Form von Schaukästen durch die Villengegend, die die touristische Bedeutung der Semmering- Region zur Jahrhundertwende beleuchtet: Das Südbahnhotel mit seinen Nebengebäuden, die Südbahn mit ihren Viadukten und das Panhans sind drei Fixpunkte in dieser erlebbaren Geschichte, die an vielen ehemaligen Privatvillen von berühmten Architekten, Ärzten oder Großbürgerfamilien Wiens vorbeiführt. Den Zwanzig-Schilling-Blick nahe dem Kurhaus Semmering sollte man dabei nicht versäumen. Eine ebenso aufschlussreiche Villentour kann man auch in Reichenau an der Rax unternehmen.

Tipp: Im Höllental tummeln sich an heißen Sommertagen die Flussliebhaber in den eisigen, aber kristallklaren Fluten der Schwarza an wilden Badestellen. Im Frühling kann man hier am Wasserleitungswanderweg entlangwandern oder aber dem Naturpark Falkenstein mit schönen Wildtier-Freigehegen und dem Fisch-Infopfad ganz hinten in Schwarzau im Gebirge einen Besuch abstatten.

Links:
www.wiederunterwegs.com/villen-wanderungreichenau-rax/
www.wiederunterwegs.com/die-villen-vomsemmering-eine-winterwanderung/
www.naturparke.at/naturparke/niederoesterreich/naturpark-falkenstein/

 

Foto: NÖ Werbung, Michael Liebert

Schlösserreich Marchfeld und Nationalpark Donauauen

Eine familientaugliche Wanderung im Nationalpark Donauauen, das ist die Stopfenreuther Donaurunde. Sie führt von Stopfenreuth aus über die geschichtsträchtige Brücklwiese, auf der im Frühling zahlreiche Orchideen blühen. Nach Querung des Rosskopfarms erhascht man
an den Schilfufern mit etwas Glück einen Blick auf Reiher, Zwergtaucher oder Teichhuhn. Über die Uferstraße führt die Wanderung schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wer einen wasserwütigen Vierbeiner mit dabei hat, wird die Orther Inseln schätzen. Der Orther Bereich zählt zu den am breitesten ausgedehnten Augebieten im Nationalpark mit vielen schönen
Wasserläufen. Ein entspannender und flacher Weg führt vom Schloss Orth, dem Nationalpark-Zentrum (mit Parkplatz), entlang vieler
astplätze (Trinkwasser mitnehmen!) bis zum Uferhaus an
der Donau. Dort ist es nur noch ein Katzensprung den Fluss entlang zu den Orther Inseln, wo sich auch ein offizieller Badeplatz des Nationalparks befindet. Retour geht’s über den Fadenbach und nach Querung des Marchfelddamms wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung.

 

Tipp: Das Schloss Eckartsau bietet nicht nur wirklich interessante Führungen und ein kleines Museum, das sich auf die Spuren des Thronfolgers Franz Ferdinand und des letzten Kaisers Karl begibt. Vielmehr liegt es auch in einem wunderschönen und gepflegten Park, der sich hervorragend für ein (auch mitgebrachtes) Picknick eignet. Hunde sind im Schlosspark und im Innenhofcafé des Schlosses gestattet – so steht einem Familienausflug wirklich nichts mehr im Weg. Generell ist das gesamte Marchfelder Schlösserreich mit Schloss Hof, Niederweiden, Eckartsau, Marchegg und Orth immer einen Ausflug wert.

Links:
www.schlosseckartsau.at/
www.donauauen.at/
www.schloesserreich.at/

Foto: Weinwandern Jois Neusiedlersee, Angelika Mantler-Saul

Weinwanderwege am Neusiedlersee

Wer sich aus Wien Richtung „Meer der Wiener“ aufmacht, der wird gleich beim ersten Stopp ein ums andere Mal feststellen: Hier ist die Luft ganz anders, dicker und fast mollig – das ist das pannonische Klima. Mehrere einfache, aber schön zu begehende Weinwanderwege bieten sich in den Gemeinden rund um den Neusiedler See zu jeder Jahreszeit an, aber im Frühling, wenn die Kirschblüte beginnt, ist es doch am verlockendsten. Der Weidener Landschafts-Panorama-Weinwanderweg durch die Rieden von Weiden am See ist 7 Kilometer lang und informiert anhand von 12 Tafeln an markanten Punkten über das Handwerk des Weinbauern. Der Joiser Weinlehrpfad erstreckt sich etwa über 5 Kilometer und führt anhand von Info- Punkten, die mit großen Weinkelchen gekennzeichnet sind, durch die Weingärten oberhalb des Ortes – mit Blick hinab auf den glitzernden See. Ein Teil davon wird auch vom offiziellen Kirschblütenradweg eingenommen. Der Weinweg Gols kann auch mit dem Rad befahren werden und ist knappe 10 Kilometer lang – und das mit gleich 31 Info-Stationen. Startpunkt ist das Weinkulturhaus in Gols, das auf Bestellung auch Picknicks zusammenstellt.

Tipp: Wer ein Freund der gefiederten Zeitgenossen ist, kommt in Rust oder auch in der Langen Lacke auf seine Kosten. Der Storchenverein Rust restauriert jedes Jahr, wenn die Störche in Afrika weilen, deren Nester aus den abgeschnittenen Weinreben und wartet sehnsüchtig auf die Ankunft der Störche im März. Auch die Graugänse kann man in Rust (auf der Storchenwiese am Rande des Orts) gut beobachten. In Apetlon an der „Langen Lacke“ (die größte von 40 salzhaltigen Lacken im Seewinkel) im Herzen des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel gibt es viele schöne Wanderrouten – überall wird man reichlich Vogelvolk zu Gesicht bekommen (Fernstecher mitnehmen!). Die Rundwanderung führt vom Parkplatz an der Landesstraße Wallern–Apetlon entlang des Ufers der Langen Lacke. Eigens errichtete Aussichtstürme erleichtern die Vogelbeobachtung.

Links:
www.jois.info/de/natur-kultur/wanderwege
www.weidenamneusiedlersee.at/Wandern-durch-die-Weidener-Rieden.57.0.html
www.weinweggols.at/

Foto: NÖ Werbung, Michael Liebert

Wienerwald Erholungsgebiet

Als Naherholungsgebiet hat der Wienerwald natürlich die Nase ganz vorne, und zwar nicht nur wegen des „kleinen Wegerls im Helenental“, obwohl: Das Helenental geht eigentlich immer, und vor allem die riesige Hundezone entlang der Schwechat in Baden ist ein beliebtes Ziel von wandernden Hundebesitzern, die auch ihrem Vierbeiner mal einen leinenfreien Spaziergang gönnen wollen. Im nahen Kottingbrunn kann man auf dem kurzen, aber netten Kultur- und Naturpfad in etwa einer Stunde Natur-Erlebnisstationen wie das Baum-Xylophon oder die Weitsprungarena abklappern. Mit unternehmungslustigen Kids lässt sich so der Spaziergang schon mal verlängern. Der 1. Wiener Wasserleitungs- Wanderweg zwischen Bad Vöslau und Mödling ist eine Wanderung auf der Lebensader der Wiener, bringt doch die Wiener Hochquellwasserleitung seit 1873 aus dem Rax-Schneeberggebiet das Trinkwasser heran. Und auf diese Pfade der Wasserhäuschen durch die Weinberge begibt man sich amWasserleitungsweg. Eine besonders schöne, kurze Etappe ist dabei die Tour vom Kurpark Baden zum Schloss des Deutschordens in Gumpoldskirchen.

Tipp: Der Schlosspark Laxenburg ist der größte historische Landschaftsgarten Österreichs. Warum nicht einmal den Park dort rund um die Franzensburg erkunden und eine kleine Bootspartie einplanen? Als Kaiser Franz Joseph noch in seinen Kinderschuhen steckte, verbrachte er oft die Zeit im Park von Laxenburg, der der erklärte Lieblingsort seines Großvaters Kaiser Franz II. war, der wiederum die Franzensburg errichten ließ.

Links:
www.wienerwald.info/spazieren
www.kottingbrunn-auf-der-spur.at/Kultur_und_Naturpfad
www.weinwandern.at/baden-gumpoldskirchen/
www.wien.gv.at/wienwasser/bildung/wanderweg/
www.schloss-laxenburg.at/